Rückbau 2014

 „Regenerativ-Verfahren“, der Galerie B, Frankfurt/Oder

Im Herbst 2014 war ich im Rahmen des „Regenerativ-Verfahren“ der Galerie B, Frankfurt/Oder zu einem einmonatigen Aufenthaltes eingeladen.
Dort angekommen, las ich täglich die regionale Tageszeitung, die „Märkische Oderzeitung (MOZ)“. So wurde ich auf ein zentrales Thema der Stadt aufmerksam, das „ Integrierte Stadtentwicklungskonzept Frankfurt/Oder“, kurz INSEK. Dieses Konzept umfasste den Rückbau von Wohneinheiten, dass heißt, den Abriss von Wohnhäusern bis hin zu ganzen Wohngebieten.
Ergänzend zu dem Thema sammelte ich aus Internet, städtischer Bibliothek und Veröffentlichungen der Stadt, Informationen über Umfang und Ursache des INSEK und machte zu guter Letzt Ortsbegehungen betroffener Wohngebiete, auch mit Ortsansässigen. So war ich Beispielsweise mehrmals im Stakerweg 19-22, wo ca.11.300 cbm umbauter Raum, mit insgesamt 43 Wohneinheiten, ab dem 6. Oktober 2014, abgerissen werden sollten.
Begleitend zu meiner Beschäftigung mit dem Thema führte ich viele Gespräche mit Gästen der Galerie B und Passanten auf der Straße.
Dabei ging ich immer gleich vor: Ich stellte Fragen nach ihrer Herkunft, ihrem Motiv für ein Leben in Frankfurt/Oder, ihrem Beruf, ihrer Einstellung zur Stadt, ihrer aktuellen Wohnungssituation und ihre Meinung über die einheimische Mentalität.  In Gedächtnisprotokollen auf DIN 4 Zeichenblätter hielt ich diese Gespräche fest. Zudem fertigte ich Stiftzeichnungen von Neuberesinchen an, einem der aktuell betroffenen Rückbaugebiete der Stadt. Beide Arbeitsteile bilden die Arbeit „Rückbau 2014“, eine temporäre Erkundung zum Strukturwandel dieses spezifischen städtischem Lebensraumes.
Außerdem filmte und fotografierte ich gemeinsam mit Andrea Neese (Berlin) und Nancy Happ (Gifhorn) im Stakerweg 19-25, Kommunardenweg 1-10 und Am Goldtzhorn/ Ecke Mühlenweg.

Das gesamte Material bis auf den Film konnte ich bereits in der Installation „Rückbau F./O“, in der Galerie B, Frankfurt/Oder zeigen. Sie bestand aus mit Farbmarkern bezeichneten Zeitungsartikeln der MOZ, Stiftzeichnungen, Fotokopien von aktuellen Ortsbegehungen, Gesprächsnotizen, einer Stadtfahne und der Fahne der Galerie sowie Fotografien von Ortsansässigen von persönlichen Plätzen der Stadt/Umgebung als Leihgabe.
Außerdem fertigte ich eine „Präambel der Stadt“ mit sieben Punkten an. Diese abgefasste Erklärung beinhaltete Pläne, die die Entwicklung der Stadt deutlich verbessern sollte.

 

1 Gedanke zu “Rückbau 2014”

Die Kommentierung wurde beendet.